In jedem Fall geht einer Akupunkturtherapie ein umfangreiches Gespräch mit Befragung voraus, das traditionell „Anamnese“ genannt wird. Danach folgt eine gründliche Untersuchung durch den Akupunkteur nach westlichen als auch nach traditionellen chinesischen Gesichtspunkten. So werden beispielsweise vorliegende Befunde wie z.B. ein EKG, oder ein Röntgenbild in den Prozess mit einbezogen. Nach traditionellen Gesichtspunkten fließt hier meist die Zungendiagnose oder die Pulsdiagnose mit ein. Erst basierend auf dem Resümee aller Befunde wird eine Therapieentscheidung gemeinsam mit den Patienten getätigt. Merkt der Akupunkteur hierbei, dass die Akupunktur an ihre natürlichen Grenzen stößt, so verweist er auf eine schulmedizinische Behandlung bzw. eine andere Alternativmedizin. Weiterhin kann er den Patienten in bestimmten Fällen auch dazu raten, die Akupunktur nur als unterstützende Therapie zur Schulmedizin durchzuführen. Bei einer Akupunkturbehandlung werden dann die jeweiligen Behandlungspunkte sowie die vorläufige Dauer festgelegt. Alternativ kann hierzu auch noch eine andere alternative Methode als Unterstützung, wie z.B. die Moxibustion, angewendet werden. Vor und auch nach jeder Behandlung werden die jeweiligen Behandlungserfolge abgeschätzt und mit den Patienten diskutiert. In den folgenden einzelnen Akupunktursitzungen werden die vorher festgelegten Akupunkturpunkte genadelt. Der erfahrene Akupunkteur findet die Akupunkturpunkte, indem er sich an der Anatomie orientiert. Es werden hierbei feine Metallnadeln ohne Druck in die nötige Tiefe an den Akupunkturpunkten appliziert. Chronische Fälle bzw. solche, die sich auf dem Wege der Besserung befinden, verspüren den Einstich etwas stärker, andere Patienten hingegen kaum. Gelegentlich wird es während der Liegezeit notwendig, die Nadeln kurz zu drehen. Diese stecken, wie schon in den vorhergehenden Kapiteln erwähnt, bis zu 20 Minuten in der Haut. Die Akupunkturnadeln verursachen auch dann bei kleineren Bewegungen des Patienten keinen weiteren Schmerz mehr, ebenso nicht beim Entfernen derselben.
zu den Quellen |