Die alten Chinesen sprechen von Qi, der Lebensenergie, die von der Akupunktur bei Störungen reguliert werden soll. Die Akupunktur zerstört Energiebarrieren durch die Nadelung an verschiednen Akupunkturpunkten, die verhindern das das Qi ausgewogen und im richtigen Verhältnis fließen kann.Die wissenschaftliche Wirkungsweise kann jedoch am besten am Modell der „vier Beine der modernen Akupunktur“ vom Akupunktur Spezialisten Prof. Dr. med. Johannes Bischko erklären. Er stellte die folgende vier Beine / Wirkungsweisen auf.
3.5.1. Neurophysiologische Wirkung
In der Haut verlaufen unzählig viele Nervenbahnen. Dabei unterscheidet man zwischen Nervenbahnen die von einer Art Scheide umhüllt sind, also isoliert sind, und welche keine solche Scheide besitzen. Diese unterschiedlichen Nervenbahnen leiten die Reize auch mit einer unterschiedlichen Geschwindigkeit in das Schmerzzentrum in unserem Gehirn. Werden beide Arten durch Nadeln gereizt, schicken Sie Ihre „Schmerz-Botschaft“ mit jeweils unterschiedlicher Geschwindigkeit zum Gehirn. Das Gehirn kann wiederum diese widersprüchlichen Reize nicht einem typischen und eindeutigen Schmerzmuster zuordnen. Deshalb schaltet es den Schmerz bildhaft gemeint ab, da es sich für das Gehirn um eine Fehlfunktion handelt.
3.5.2. Neurochemische Wirkung
Beim Einstich der Nadel werden vermehrt eine Reihe chemischer Substanzen gebildet, die der Reizübertragung dienen. Diese sogenannten Neurotransmitter werden nach dem Einstich der Nadel ausgeschüttet und blockieren die Schmerzleiter. Dies sind beispielsweise Endorphine, Enkephaline, Noradrenalin, Serotonine und die Substanz P. Jedoch sind diese Substanzen derzeit Gegenstand wichtiger weltweiter Forschungen, worin die Wirkungsweise dieser Stoffe genau überprüft wird.
3.5.3. Gefäßbezügliche Wirkung
Durch die Akupunktur wird die Durchblutung der großen und auch der kleinen Blutgefäße am Einstichsort der Nadel verstärkt. Dieser Zustand wird auch in der Medizin in diesem Zusammenhang als Makrozirkulation bezeichnet. Dadurch kommen mehr Nährstoffe und auch mehr Sauerstoff in diese Region. So lassen sich oft bestimmte Mangelzustände beheben. Auch entsteht dadurch am Einstichsort ein Wärmegefühl durch die bessere Durchblutung. Dies wird in der traditionellen Akupunktur als sogenanntes „DE-Qi-Gefühl“ bezeichnet. Über diese Verbesserung der Durchblutung mit Hilfe von Akupunktur gibt es heute schon verschiedenste Studien. Der Norweger Kaada konnte beispielsweise durch der Akupunktur verwandte Methoden zeigen, wie gewisse Transmittersubstanzen der Gruppe VIP, active intestinal polypeptides, vermehrt ausgeschüttet werden. Diese sind hauptsächlich für die Verbesserung der Durchblutung verantwortlich.
3.5.4. Muskuläre Wirkung
Es kommt nach dem Einstich zu einer Entspannung und Erschlaffung der Muskulatur sowie der Herabsetzung der Verspannung des Bindegewebes. Deshalb wird auch die Akupunktur für Muskelverspannungen oder sogar chronische Muskelverkrampfungen angewendet. Das Ergebnis ist oft sehr verblüffend. Patienten bei denen selbst das stärkste Medikament kaum Reaktion zeigt, geht es nach ein paar Behandlungen wieder viel besser und dies ohne Nebenwirkung.
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