Während dem Erstellen der Seminarfacharbeit hat sich herausgestellt, dass nur die Kombination von Alternativmedizin und Schulmedizin eine optimale Behandlung darstellt. Somit muss die Fragestellung „Alternativmedizin – Wirklich eine Alternative zur Schulmedizin?“ verneint und korrigiert werden. Der zentrale Aufgabenbereich der Alternativmedizin ist also der der adjuvante Therapie. Diese These wurde auch schon in den Grenzen und Möglichkeiten der einzelnen Heilverfahren sowie in den Konsultationen mit der Fachbetreuerin Frau Dr. Helm geklärt. Die Alternativmedizin stützt sich im Gegensatz zur Schulmedizin auf die Selbstregulation des Körpers sowie dessen Kraft der Selbstheilung und unterstützt diese. Mittlerweile ist die Alternativmedizin aber auch schon zu einem Teil der Schulmedizin geworden, da seit 1993 im medizinischen Staatsexamen auch Alternativmedizin abgefragt wird. Überdies waren die Übergänge schon immer fließend. Auch überzeugte Schulmediziner raten zu Wadenwickeln bei Fieber und Kamillentee bei Magenschmerzen und auch der entschiedenste Naturarzt bzw. Heilpraktiker wird eine bakterielle Blutvergiftung mit Antibiotika behandeln. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass gravierende Unterschiede bestehen. Die Skepsis gegenüber den komplementären Heilverfahren liegt oft in der auf Erfahrungen beruhenden Basis dieser, da lieber Verfahren die auf wissenschaftlichen und klinischen Studien begründbar sind als wirksamer erachtet werden. Trotzdem kündigt sich ein Wechsel an. Dies liegt wahrscheinlich an der Erfolglosigkeit bei Behandlungen nach schulmedizinischer Art. Am meisten scheitert man an Erkrankungen wie den Zivilisationskrankheiten, Herzinfarkt, Krebs sowie der chronischen Krankheit Rheuma. Diese Erfolglosigkeit führt dazu, dass sich viele Patienten und Ärzte umorientieren. Leider wird auch oft versucht die Alternativmedizin als Scharlatanerie abzustempeln. So werden Versuche durchgeführt bei denen zum Beispiel Tiere mit Unmengen Huflattich über längere Zeit gefüttert werden - die beim Menschen der Aufnahme mehrer Kilogramm täglich entsprechen würde - um wegen der daraus folgenden Leberentzündung und der sich entwickelnden Lebertumore (Huflattich enthält Leberreizende Stoffe) auf eine Gefährdung durch diese Pflanze zu schließen. Eher sollte vor einer solchen Schwarzweißmalerei gewarnt werden. Abschließend kann man im Vergleich zwischen Alternativmedizin und Schulmedizin sagen, dass jede der beiden Richtungen in einer jeweils anderen Domäne ihre Anwendung findet. Schulmedizin sollte bei akuten Erkrankungen vorgezogen werden. Bei chronischen Krankheiten und zur Begleitung sowie Unterstützung von schulmedizinischen Behandlungen sollte über die Anwendung von alternativer Medizin ernsthaft nachgedacht werden.
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